Was will ich eigentlich lernen?

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Sommerferien. Egal ob in der Schule oder im Studium. Mir waren die Ferien immer schon zu lange. Man sieht seine Freunde nicht und Lernen macht eigentlich auch Spaß.

Manche von euch haben sich die Sommerferien in der Vienna Summer School of Music & Arts versüßt und viel Neues gelernt über Instrumente, Origami-Falten, Klavier spielen, Singen UND natürlich und hauptsächlich:

Was will ich eigentlich lernen?

Eine Frage, die nicht leicht zu beantworten ist. Aber in der Summer School konntet ihr euch ja schon einmal austoben. Nicht jeder will sich ein ganzes Jahr mit der gleichen Sache beschäftigen, deswegen sind unsere Semester an eure Bedürfnisse angepasst: eine Woche Klavier spielen, die nächste dann vielleicht mit Acryl malen.

Also welche Fragen sind hier wichtig:

Wofür interessiere ich mich? Klavier? Gesang?
Malen? Zeichnen? Basteln? Von allem ein bisschen etwas?


Bin ich eher ein
ruhiger oder quengeliger Charakter?


Mag ich ruhige, sanfte Klänge bzw. Farben oder
will ich meinen Körper spüren beim Musizieren oder auch im Kunstatelier?


Befolge ich gerne Befehle oder
will ich immer meinen eigenen Weg gehen?


Brauch ich ein Hobby oder eine Berufung?


Warum interessiere ich mich überhaupt für
Musik und Kunst
und mit wem verbinde ich die Themen?

Ihr habt euch Gedanken gemacht? Dann schreibt uns eine E-Mail oder ruft einfach an. Wir stellen euch gerne ein individuelles Programm zusammen.
Nur Klavier spielen oder Malen ist ja fad.

Wir freuen uns schon auf euch!

Neue, didaktische Ansätze in der Musikpädagogik und warum dich die Musikschule in deiner Kindheit traumatisiert hat

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Ein kleines Zimmer, keine Bilder an der Wand. Lehrer. Schüler. Ein Klavier.
Fingerübungen. Viel Klassik, kaum anderes.

Viele Eltern unserer Schüler und Schülerinnen suchen neue, didaktische Ansätze in der Musikpädagogik. Einen Unterrichtsort, der einladend und freundlich ist. Eine Lehrkraft, die auf die Bedürfnisse ihrer Kinder eingeht und den Unterricht auch zur Entspannung des Schülers und der Schülerin nutzt. Viele dieser Eltern waren selbst in pädagogischen Einrichtungen, haben Ängste aufgebaut Klavier zu spielen und sich dann vollkommen der Musikproduktion abgewandt.

Uns ging es in unserer Kindheit als Musikschüler und Musikschülerin nicht anders. Zwang oder die Eltern glücklich machen bestimmte oft die Motivation den Unterricht zu besuchen. Dabei kann der Unterricht selbst glücklich machen.

Nicht für die Schule, sondern für
das Leben lernen wir.
Non scholae, sed vitae discimus.

– Seneca der Jüngere, 106.Brief

Das MAGO KLANGATELIER verbindet in seinem Unterricht Spaß, Kreativität und die individuelle Förderung eines jeden Schülers und einer jeden Schülerin. Wenn unsere Schützlinge spontan eine Fingerübung improvisieren halten wir sie nicht auf, sondern machen sie darauf aufmerksam, dass sie sich gerade im spielerischen Austausch mit dem Instrument befinden. Dieser Zugang hilft nicht nur den Kindern, sondern auch den Eltern wieder einen Bezug zum Instrument herzustellen. Es gibt keine Fehler. Und nicht in jeder Stunde kann die gleiche Leistung erbracht werden. Diesen Bogen zwischen dem Spiel und dem „Lernen“ zu spannen ist uns ein ganz wichtiges Anliegen. Spiel und Lernen ist beides Erforschung.

Der personalisierte Lehransatz formt unsere kognitive und emotionale Leistungsfähigkeit und Resilienz. Klavier spielen oder Singen zu lernen, den Spaß am Lernen zu lernen beeinflusst uns noch viel tiefer als wir uns dem bewusst sind. Jedes neue Wissen formt unsere Auffassungsfähigkeit. Singen fördert die Präsenzfähigkeit. Klavier spielen unser komplexes Denken. Und noch vieles mehr.

Im Unterricht liegt ein großer Fokus auf der Reflexion des Lernprozesses und seiner positiven Auswirkungen auf uns.

Warum bringt dich der spielerische Ansatz schneller ans Ziel als der Zwang?

Schlicht und einfach weil der Schüler und die Schülerin selbst entscheiden warum er oder sie sich mit dem Klavier beschäftigt und tatsächlich geht es gar nicht um das Klavier und was man drauf leisten kann, sondern darum die Motivation im Spaß zu finden. Das drängt dazu wieder am Klavier sitzen zu wollen – nämlich durch die empirische Erfahrung, dass das Gefühl am Klavier zu sitzen positiv ist, nicht unbedingt die Leistung, die man erbringt. Und diese Wiederholung ist der springende Punkt. Klingt vielleicht für manche etwas zu einfach erklärt. Aber genau so einfach ist es. Und das ist das Schöne daran.


Schön würden wir es auch finden mehr Gruppenunterrichtsschüler und -schülerinnen zu haben, die sich über die Musik austauschen lernen wollen. Ähnliche Fehler beim anderen zu sehen entspannt den eigenen Leistungsdruck. Wir fördern diesen Austausch indem wir die Preise für den Gruppenunterricht geringer halten und hoffen bald einen größeren Austausch zwischen unseren Pianisten und Pianistinnen bzw. Sänger und Sängerinnen zu haben. Das fördert den Spaß und bringt Gleichgesinnte zusammen.


EMPFEHLUNG

Komposition? … So wird’s gemacht! (1/2)

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„Cool. Ich will auch komponieren.“

Dachten wohl jeder Musiker und jede Musikerin schon einmal. Wie geht das? Wie kann ich vollkommen aus mir heraus Musik produzieren? Wie kann ich etwas vollkommen Neues schaffen ohne wie jeder Zweite zu klingen? Welche Tonart? Notation? Aufnehmen? Texten auch noch? Jetzt sollte ich aber bald einmal anfangen, ich bin schon 25… Ich wollte schon lange mehr erreichen. Und spiel auch schon so lange. Was mach ich falsch?

Stell dir vorerst einmal diese Fragen:

  1. Möchte ich mich stark orientieren an bestimmten Musikern oder Musikstilen? … Wir wissen beide, dass du irgendwo Idole hast oder Musik, die du oft hörst. Das beeinflusst dich stark in deinem kreativen Prozess. Du wirst dich daran orientieren. Better know what you’re doing. Schau dir einmal genauer an wie sich die Musik zusammensetzt, die dir gefällt, und von welcher du dich beeinflussen lassen möchtest.
  2. Warum möchte ich komponieren? Was will ich damit erreichen? Suche ich die Resonanz einer großen Bühne oder will ich mir nur heimlich und alleine zuhause etwas über A-Moll ins Ohr flüstern? Was könnte das sein? Musik ist Kommunikation. Was will ich kommunizieren?
  3. Last, but not least. Kann ich umsetzen was ich mir vornehme? Wo scheitere ich technisch und was gelingt mir sehr gut? Ruhe ich mich darauf aus oder reicht mir eigentlich schon was ich produziere?

GROUNDRULES

  1. Stress bringt dich nicht. – Entspann dich bis es dich wieder zu deinem Instrument zieht, aber ruh dich nicht in deiner Comfort Zone aus.
  2. Nur konzipieren bringt dich nicht weiter. – Mach es einfach.
  3. Spiel nicht nur dein Instrument. – Tausche dich mit anderen Musikern und Musikerinnen aus.
  4. Übung macht den Meister. – Ist so. Wie viel Zeit du investierst entscheidest du.
  5. Technik wird nicht verstanden. – Sie wird umgesetzt und erforscht.
  6. Erkenne dein Spielmuster. – Welche Tonart spiele ich oft/immer? Wie spiele ich? Wiederholt sich vielleicht ein Motiv?
  7. Spiel so oft es geht. – Disziplin bringt dich weiter.
  8. Es gibt keine „schlechte“ Komposition. – Schreib das Stück einfach um.
  9. Komponiere nicht nur. – Spiele auch nach Noten, damit sich deine Spieltechnik und dein Musikverständnis verbessert.
  10. Lass es kommen. – Aber verpass es nicht: Aufnahme und Notation.

 

Warum dich Musik und Kunst zu einem besseren Menschen macht

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Philosophisches und Psychologisches zur Musik, Kunst und Du.

Multisensorische Vernetzungsmöglichkeiten. Die Welt um uns herum. Unglaublich schneller Informationsaustausch. Jedes Gespräch, jede Stimme, Meinung, Persönlichkeit wird abgespeichert. Jedes gehörte, gespielte, gesungene Stück. Selbstfindung. Biologie. Das Streben nach Evolution. Macht. Liebe. Vertrauen. Geborgenheit. Die Angst vor dem Tod. Ausatmen.

Und dann bist da noch DU.

Als Menschen verbringen wir viel Zeit damit unsere Selbstwahrnehmung in einen gesellschaftlichen Kontext zu bringen. Parallel müssen wir uns beweisen um überleben zu können und schlussendlich will man nicht nur sich selbst soweit verstanden haben, sondern auch Zeit für andere Menschen aufwenden. Kinder. Familie. Die Musik, die Kunst und Du befinden sich eigentlich gar nicht so sehr in unterschiedlichen Positionen. Auch die Musik und Kunst ist geprägt von den historischen Umständen, der Kontrolle sowie seiner Notwendigkeit. Seiner Freiheit und an sich positiven Eigenschaften. Wie wir Menschen. Es macht Sinn, dass sich so viele Menschen mit Musik und Kunst beschäftigen, oft gar nicht bewusst. Der Effekt von Musik und Kunst, im Schaffen wie im äußeren Erfahren, ermöglicht uns Menschen Emotionen, Erinnerungen, Erkenntnisse etc. zu kanalisieren, ohne dabei einen Schaden anzurichten. Ich sage hier ganz bewusst Schaden, weil es viele Menschen gibt die ihre Emotionen, Erinnerungen, Erkenntnisse durch negative und destruktive Kanäle versuchen zu ergründen. Vielleicht sogar ihre Umwelt damit belasten.

Woran liegt das?

Einige wichtige Punkte bringen Klarheit in unser Verhalten wie Musik und Kunst uns positiv beeinflussen können. Immerhin ist es das Ziel der meisten Menschen ein besserer Mensch zu werden. Auch wenn „besserer Mensch“ für jeden und jede etwas Anderes bedeutet. Folgenden Punkte sollten wir viel mehr Beachtung schenken.

Was war und ist meine Erziehung? – Was war und ist mein Umfeld? – Steh ich kurz vorm Burn-Out oder bin ich nicht ausgelastet genug? Wo stehe ich emotional in der Konfrontation mit meinem Leben? – Nehme ich mir genug Zeit für mich selbst? – Was möchte ich gerade erreichen und umsetzen um ein besserer Mensch zu werden? Warum möchte ich in der Hinsicht Klavier spielen, singen oder malen?

Wie kann Musik und Kunst nun helfen alle gesammelten Eindrücke oder Gedanken der Zukunft in ein Gleichgewicht zu bringen? Grundsätzlich gar nicht. Das liegt aber nicht an der Musik oder der Kunst. Sondern daran, dass all unsere Emotionen, Erinnerungen, Erkenntnisse etc. Symptome eines mulitsensorischen Netzes sind, dass sich in seiner Gesamtheit für uns als ICH ausdrückt. Um Raum für neue Gedanken und Ansätze sich selbst zu verstehen zu schaffen ermöglicht uns das Musizieren und grundsätzlich kreative Arbeiten diesen Emotionen, Erinnerungen, Erkenntnissen etc. Ausdruck zu verleihen. Manche Dinge sind so sehr in unseren Köpfen versteckt, dass wir keine Worte mehr dafür haben. Wie bereits oft hier erwähnt ist Musik und Kunst immer Kommunikation: mit sich selbst und anderen. Deswegen dürfen wir Musik nicht als etwas immer-schön-Klingendes verstehen oder Malerei als etwas farblich Harmonisches. Den Wörtern Musik und Kunst wurden viel zu viele Regeln, Beigeschmack, kulturelle Gebundenheit und historische Statik zugeschrieben. Aber auch das ist nur ein Anzeichen für eines der menschlichsten Phänomene: das wir alles  systematisieren wollen. Hat es ein System, gibt es eine spezifische Abgrenzung zu anderen Dingen (Wörter – Klänge), kann ich es rekonstruieren und kontrollieren – dann hab ich es wahrscheinlich verstanden und kann es akzeptieren. Schwieriger wird es bei Emotionen, die vielleicht auch Erinnerungen auslösen, und dadurch nicht mehr zu greifen sind. Das ist der Moment, wo du dich ans Klavier setzt oder zu Singen beginnst um dich selbst durch Klänge oder im Atelier durch Farbe emotional zu beeinflussen. Das ist auch eine Form von Kontrolle, aber auch Freiheit und Ventil. Es sind Momente der Möglichkeit zu Erfassen und wenn man dann will sogar musiktheoretisch analysieren könnte. Oder seine Bilder nach diversen Farblehren.

Literaturempfehlungen

Ordine, Nuccio. Von der Nützlichkeit des Unnützen. Verlag: GRAF.