Komposition? … So wird’s gemacht! (1/2)

“Cool. Ich will auch komponieren.”

Dachten wohl jeder Musiker und jede Musikerin schon einmal. Wie geht das? Wie kann ich vollkommen aus mir heraus Musik produzieren? Wie kann ich etwas vollkommen Neues schaffen ohne wie jeder Zweite zu klingen? Welche Tonart? Notation? Aufnehmen? Texten auch noch? Jetzt sollte ich aber bald einmal anfangen, ich bin schon 25… Ich wollte schon lange mehr erreichen. Und spiel auch schon so lange. Was mach ich falsch?

Stell dir vorerst einmal diese Fragen:

  1. Möchte ich mich stark orientieren an bestimmten Musikern oder Musikstilen? … Wir wissen beide, dass du irgendwo Idole hast oder Musik, die du oft hörst. Das beeinflusst dich stark in deinem kreativen Prozess. Du wirst dich daran orientieren. Better know what you’re doing. Schau dir einmal genauer an wie sich die Musik zusammensetzt, die dir gefällt, und von welcher du dich beeinflussen lassen möchtest.
  2. Warum möchte ich komponieren? Was will ich damit erreichen? Suche ich die Resonanz einer großen Bühne oder will ich mir nur heimlich und alleine zuhause etwas über A-Moll ins Ohr flüstern? Was könnte das sein? Musik ist Kommunikation. Was will ich kommunizieren?
  3. Last, but not least. Kann ich umsetzen was ich mir vornehme? Wo scheitere ich technisch und was gelingt mir sehr gut? Ruhe ich mich darauf aus oder reicht mir eigentlich schon was ich produziere?

GROUNDRULES

  1. Stress bringt dich nicht. – Entspann dich bis es dich wieder zu deinem Instrument zieht, aber ruh dich nicht in deiner Comfort Zone aus.
  2. Nur konzipieren bringt dich nicht weiter. – Mach es einfach.
  3. Spiel nicht nur dein Instrument. – Tausche dich mit anderen Musikern und Musikerinnen aus.
  4. Übung macht den Meister. – Ist so. Wie viel Zeit du investierst entscheidest du.
  5. Technik wird nicht verstanden. – Sie wird umgesetzt und erforscht.
  6. Erkenne dein Spielmuster. – Welche Tonart spiele ich oft/immer? Wie spiele ich? Wiederholt sich vielleicht ein Motiv?
  7. Spiel so oft es geht. – Disziplin bringt dich weiter.
  8. Es gibt keine “schlechte” Komposition. – Schreib das Stück einfach um.
  9. Komponiere nicht nur. – Spiele auch nach Noten, damit sich deine Spieltechnik und dein Musikverständnis verbessert.
  10. Lass es kommen. – Aber verpass es nicht: Aufnahme und Notation.