Warum dich Musik und Kunst zu einem besseren Menschen macht

Philosophisches und Psychologisches zur Musik, Kunst und Du.

Multisensorische Vernetzungsmöglichkeiten. Die Welt um uns herum. Unglaublich schneller Informationsaustausch. Jedes Gespräch, jede Stimme, Meinung, Persönlichkeit wird abgespeichert. Jedes gehörte, gespielte, gesungene Stück. Selbstfindung. Biologie. Das Streben nach Evolution. Macht. Liebe. Vertrauen. Geborgenheit. Die Angst vor dem Tod. Ausatmen.

Und dann bist da noch DU.

Als Menschen verbringen wir viel Zeit damit unsere Selbstwahrnehmung in einen gesellschaftlichen Kontext zu bringen. Parallel müssen wir uns beweisen um überleben zu können und schlussendlich will man nicht nur sich selbst soweit verstanden haben, sondern auch Zeit für andere Menschen aufwenden. Kinder. Familie. Die Musik, die Kunst und Du befinden sich eigentlich gar nicht so sehr in unterschiedlichen Positionen. Auch die Musik und Kunst ist geprägt von den historischen Umständen, der Kontrolle sowie seiner Notwendigkeit. Seiner Freiheit und an sich positiven Eigenschaften. Wie wir Menschen. Es macht Sinn, dass sich so viele Menschen mit Musik und Kunst beschäftigen, oft gar nicht bewusst. Der Effekt von Musik und Kunst, im Schaffen wie im äußeren Erfahren, ermöglicht uns Menschen Emotionen, Erinnerungen, Erkenntnisse etc. zu kanalisieren, ohne dabei einen Schaden anzurichten. Ich sage hier ganz bewusst Schaden, weil es viele Menschen gibt die ihre Emotionen, Erinnerungen, Erkenntnisse durch negative und destruktive Kanäle versuchen zu ergründen. Vielleicht sogar ihre Umwelt damit belasten.

Woran liegt das?

Einige wichtige Punkte bringen Klarheit in unser Verhalten wie Musik und Kunst uns positiv beeinflussen können. Immerhin ist es das Ziel der meisten Menschen ein besserer Mensch zu werden. Auch wenn “besserer Mensch” für jeden und jede etwas Anderes bedeutet. Folgenden Punkte sollten wir viel mehr Beachtung schenken.

Was war und ist meine Erziehung? – Was war und ist mein Umfeld? – Steh ich kurz vorm Burn-Out oder bin ich nicht ausgelastet genug? Wo stehe ich emotional in der Konfrontation mit meinem Leben? – Nehme ich mir genug Zeit für mich selbst? – Was möchte ich gerade erreichen und umsetzen um ein besserer Mensch zu werden? Warum möchte ich in der Hinsicht Klavier spielen, singen oder malen?

Wie kann Musik und Kunst nun helfen alle gesammelten Eindrücke oder Gedanken der Zukunft in ein Gleichgewicht zu bringen? Grundsätzlich gar nicht. Das liegt aber nicht an der Musik oder der Kunst. Sondern daran, dass all unsere Emotionen, Erinnerungen, Erkenntnisse etc. Symptome eines mulitsensorischen Netzes sind, dass sich in seiner Gesamtheit für uns als ICH ausdrückt. Um Raum für neue Gedanken und Ansätze sich selbst zu verstehen zu schaffen ermöglicht uns das Musizieren und grundsätzlich kreative Arbeiten diesen Emotionen, Erinnerungen, Erkenntnissen etc. Ausdruck zu verleihen. Manche Dinge sind so sehr in unseren Köpfen versteckt, dass wir keine Worte mehr dafür haben. Wie bereits oft hier erwähnt ist Musik und Kunst immer Kommunikation: mit sich selbst und anderen. Deswegen dürfen wir Musik nicht als etwas immer-schön-Klingendes verstehen oder Malerei als etwas farblich Harmonisches. Den Wörtern Musik und Kunst wurden viel zu viele Regeln, Beigeschmack, kulturelle Gebundenheit und historische Statik zugeschrieben. Aber auch das ist nur ein Anzeichen für eines der menschlichsten Phänomene: das wir alles  systematisieren wollen. Hat es ein System, gibt es eine spezifische Abgrenzung zu anderen Dingen (Wörter – Klänge), kann ich es rekonstruieren und kontrollieren – dann hab ich es wahrscheinlich verstanden und kann es akzeptieren. Schwieriger wird es bei Emotionen, die vielleicht auch Erinnerungen auslösen, und dadurch nicht mehr zu greifen sind. Das ist der Moment, wo du dich ans Klavier setzt oder zu Singen beginnst um dich selbst durch Klänge oder im Atelier durch Farbe emotional zu beeinflussen. Das ist auch eine Form von Kontrolle, aber auch Freiheit und Ventil. Es sind Momente der Möglichkeit zu Erfassen und wenn man dann will sogar musiktheoretisch analysieren könnte. Oder seine Bilder nach diversen Farblehren.

Literaturempfehlungen

Ordine, Nuccio. Von der Nützlichkeit des Unnützen. Verlag: GRAF.